4.1.23: Unserem Mineralwasser auf der Spur

Heute sind wir zum Regionalpark Villavicencio gefahren. Dort ist die Quelle von dem Mineralwasser Argentiniens schlechthin, jedenfalls ist es das, was wir immer zu bekommen versuchen. Zum Glück liegt der Park auf über 1700 m Höhe, das hat die für heute in Mendoza angekündigte Temperatur von 38 Grad im Schatten etwas gemindert. Zudem wehte dort oben ab und zu ein frischer Wind. Die Hinfahrt machte nochmal deutlich, dass hier eigentlich wirklich nur eine Buschsteppe ist, in der außer dornigem Kleinzeug nichts wächst. Umso besonderer, was für eine „Oase“ Mendoza ist.

Beim Besucherzentrum gingen wir zuerst einen Lehrpfad für Kinder über Flora und Fauna der Gegend. Das war toll, weil wir alle Erklärungstafel richtig gut lesen konnten. Geht doch, wenn man uns angemessen auf unserem Niveau anspricht!

Zwei Kilometer weiter lag ein altes bzw. ehemaliges Hotel, das 1940 erbaut wurde und in dem jedes Badezimmer eine eigene Thermalquelle besaß. Heute ist das Hotel sowie der schön angelegte Garten inklusive Tennisplatz, Amphitheater und eigener Kapelle nationales Denkmal. Dazu gibt es noch einen Kletterpark und eine abenteuerliche Zipline. Nach einem kleinen Imbiss durchstreiften wir das Gelände, insbesondere den nach europäischem Vorbild mit vielen „internationalen“ Bäumen, Teichen und Wasserspielen angelegten Landschaftspark. Immer mal wieder zeigt sich, dass Argentinien mal eines der reichsten Länder war, es war schon noch eine besondere Atmosphäre zu spüren. Anschließend fuhren wir mit Chingi über eine sehr steile Schotterpiste – es ist die alte Strasse quer durchs Gebirge nach Uspallata (da waren wir auf dem Weg vom Andenpass durchgekommen)- aber nur bis zu einem Aussichtspunkt.

Den Rückweg konnte Chingi fast komplett rollen.

Danach waren wir in Mendoza noch im Park San Martin. Dieser ist einfach unglaublich riesig, ein echtes Highlight der Stadt mit See, Zoo, Tennisplätzen, Golfplatz, Ruderclub, Reitbahn, Fußballstadion (welches übrigens „Malvinas Argentina Stadium“ heißt, außerdem gibt es natürlich auch hier – sogar zwei – bombastische Malvinas-Denkmäler, eines mit echten Panzern und einem Düsenjäger) und unglaublich viel Wald und Wiese mit Fahrradwegen. Wir sind wirklich begeistert von Mendoza. Es ist unfassbar, wie grün diese Stadt mitten in der Wüste ist, dies nur aufgrund des künstlichen Bewässerungssystems. Der Freizeitwert ist unglaublich hoch. Allein dieser Park und drum herum die Anden zum Wandern und Skifahren und immer gutes Wetter. Toll! (…und dann noch der leckere Rotwein).

Wir sind dann noch auf den Cerro Gloria gefahren, auf dem in 1000 m Höhe mit Blick über die ganze Stadt ein unglaublich heroisches und monumentales Denkmal zu Ehren von San Martin steht, welches 1914 gebaut wurde.

Exkurs San Martin: José de San Martin ist der Nationalheld Argentiniens schlechthin und nach ihm ist in jeder Stadt die wichtigste Straße benannt. (Anne hat zu Anfang gedacht, es würde sich dabei um Sankt Martin mit dem Mantel handeln und hat sich gewundert(:-))

1817 führte er den legendären Feldzug gegen die Spanier an, die noch große Teile des Kontinents politisch und wirtschaftlich beherrschten. Mit 10.000 Pferden und Mauleseln überquerte das Heer von San Martin die Anden über Pässe in 4000 m Höhe, vollgepackt mit Waffen und tragbaren Brücken, um die engen Schluchten zu überwinden. Am 12.2.1817 schlugen Chilenen und Argentinier bei Chabuco die zahlenmäßig überlegenen Spanier, drei Tage später waren sie in Santiago. Mit der Schlacht von Maipu am 5.4.1818 war die Unabhängigkeit endgültig erkämpft.

Danach tranken wir noch am (auch natürlich künstlich angelegtem) See im Park einen leckeren Smoothie bevor wie in die Stadt fuhren, um in der Fußgängerzone noch etwas vom Nightlife von Mendoza zu erleben. Unglaublich was da los ist! Auch nachts um 23.00 Uhr waren immer noch 29 Grad (draußen, im Dachzelt natürlich etwas mehr…).

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