Heute morgen haben wir uns von unserem schönen Häuschen und den netten Hausangestellten verabschiedet (ein Pärchen mit Kind, das das große Grundstück mit den zwei Cabanas pflegt und verwaltet, da die Besitzerin in Madrid und San Sebastian de Jujuy lebt), mit denen wir uns viel unterhalten haben. Die beiden wollten viel über die politische und soziale Lage in Deutschland wissen. Lustig war, dass sie wissen wollten, ob wir einen König haben…
Einschub: Insgesamt sind wir weiter sehr glücklich und zufrieden mit unserer Reise, die positiven Erfahrungen überwiegen bei Weitem, und die negativen fallen eigentlich hauptsächlich unter die Kategorie „interessante Erfahrung“. Bis jezt fühlen wir uns trotzdem als echte Glückskinder. Über unsere Overlander-Chatgruppen bekommen wir genug mit, was einem so alles passieren kann: in der Salzwüste mit dem Auto einbrechen und tagelang auf Rettung warten – gerade da scheinen wir rechtzeitig vor dem Regen durchgekommen zu sein, nach uns ist ein Franzose im Salzsee eingebrochen, so dass man derzeit gar nicht mehr ohne Guide auf den Salar darf-, wochen-bis monatelang auf Ersatzteile fürs Auto warten (da haben wir mit unserem Chingi Glück, da die Toyotas hier weit verbreitet sind), bei Straßenprotesten in Bolivien Macheten ins Auto gehalten zu bekommen, aus Peru nicht mehr ausreisen zu können, da alle Grenzstellen für den Ausreisestempel geschlossen haben, vom Sturm herausgebroche Scheiben usw. usf.. Aktuell hängt gerade ein Pärchen fest, das irgenein Nadellager benötigt, dass es in ganz Südamerika nicht gibt; der deutsche Händler hat es zwar auf Lager, darf es aber wegen der Zollbeartiimmungen nicht verschicken. Die beiden suchen also jetzt jemanden in Deutschland, der das Lager kauft und mit dem Flugzeuggepäck mit nach Argentinien bringt, sonst können sie nicht weiterfahren….Auch wenn man gerade sieht, was bei den Bränden in Chile los ist, sind wir doch sehr froh, dort vorher unproblematisch durchgekommen zu sein. Das einzig wirklich Doofe sind Steffens Bein-/Hüftprobleme, aber darauf haben wir uns inzwischen auch gut eingestellt, größere Wanderungen kommen bei den Temparaturen gerade ohnehin nicht in Betracht und kleinere bis mittlere Strecken klappen ganz gut.
Außerdem geht es uns miteinander gut und vielen habe viel Spaß. Auch haben wir weiterhin täglich immer wieder neuen interessanten Eindrücke und Erfahrungen und sind immer noch neugierig und gespannt auf jeden neuen Tag! Eine Reise ist eben kein Erholungsurlaub, sondern es geht ja darum neue Erfahrungen zu machen, Komfortzonen zu verlassen, sich Sachen zuzutrauen, die man sonst eigentlich lieber nicht macht und mal den Blickwinkel zu verändern.
Weiter Richtung Calilegua: Obwohl die Fahrt – hauptsächlich durch Zuckerrohrfelder – in den National Park Calilegua nur zwei Stunden dauerte, änderten sich während der Fahrt die Temperaturen drastisch. Schon in Yala war es recht heiß gewesen, nun waren wir aber nochmal über 1000 m tiefer. Der NationalPark Calilegua ist ein subtropischer Regenwald, in dem Affen, Tapire, Jaguare, Ameisenbären und 260 verschieden Vogelarten, u.a. viele Adlerarten, Papageien und Tucane leben.
Am Anfang des Parks wurden uns von Rangern die Trails im Park erklärt, die man laufen kann/darf. Schon beim Aussteigen war es so, als wäre man in der Biospähre in Potsdam, die gleiche feuchte Luft, der gleiche Geruch, nur nochmal viel wärmer. Auch ohne Bewegung war man schon schweißnass.
Trotzdem machten wir uns tapfer auf den Weg zum ersten Trail. Dort waren viele verschiedene Metallfiguren im Wald, die aus der Mythologie der Ureinwohner stammen. Wir fuhren dann weiter und machten noch weitere Trails, einen sehr weit runter zu einem Fluss. Der Wald und die Atmosphäre war wirklich sehr beeindruckend, überall Lianen, Flechten und unendlich viel Grün. Der Regenwald, hier „Yungas“ genannt liegt an der östlichen Abbruchkante der Anden und reicht vom Norden Perus, über Bolivien bis in den Norden Argentiniens hinunter, eine wirklich faszinierende Landschaft! Leider sahen wir kaum Tiere, auf die wir sehr gehofft hatten, insbesondere weder Tucan noch Tapir, ist halt kein Zoo. Leider gab sehr viele Mosquitos, da wir uns aber vorher erkundigt hatten, dass keine Malariagefahr besteht, nahmen wir es recht gelassen hin.
Allerdings entschieden wir uns, nicht, wie ursprünglich geplant, im Park selbst zu campen, sondern ins 25 km weiter entfernte und deutlich höher gelegene San Francisco zu fahren. Für diese 25 km benötigten wir allerdings 1 ½ Stunden, da es auf einer abenteuerlichen Straße durch den Dschungel über 1000 m aufwärts ging. Dafür wurde die Temperatur deutlich besser, so dass da auch keine Mosquitos mehr waren. In San Francisco sollte es einen Campingplatz geben, den wir aber erstmal nicht fanden. Zum Glück trafen wir dann eine Familie, die uns mit zum Campingplatz „Las Ocultas“ nahm. Dort war es total nett. Wir konnten zwar nicht auf den Platz fahren, da er nur für Zelte war, durften aber davor (direkt neben einem Friedhof) stehen. Die nette Besitzerin brachte uns erstmal ein selbstgebrautes Bier und backte dann für uns eine Pizza. Überall waren gemütliche Sitzgelegenheiten und eine super freundliche Stimmung.


































