6.3.23: Auf nach Brasilien

Tatsächlich kamen wir pünktlich los und fuhren nach sehr kurzen Migracion- und Zollformalitäten auf die Fähre über den Rio Uruguay, um von Argentinien nach Brasilien überzusetzen, das war irgendwie cool, mitten im Dschungel. Die Fähre war letztlich eine Plattform, die von einem Schiff geschoben wurde.

Nachdem wir schon gefeiert hatten, wie umkompliziert es an einem so kleinen Grenzübergang ist, kam dann leider in auf brasiliansicher Seite das böse Erwachen: es gab einfach keine Grenzstation. Das ist in sofern ein ziemliches Problem, weil man ohne Einreisestempel und gültiges Papier für das Auto als illegal eingereist gilt, selbst wann man nichts dafür kann. Das kann bei der Ausreise, bei Kontrollen, oder gar bei einem Unfall äußerst unangenehm werden, ist aber für Ausländer in Brasilien ein bekanntes Problem (wie wir inzwischen durch Internet-Recherche herausfanden. Brasilien ist so ein riesiges Land, dass es seine Grenzen einfach nicht überall besetzten kann. Deshalb wird von solchen Grenzübergängen abgeraten. Dieses Problem, war uns aber vorher nicht bekannt).

Nach einer Stunde fanden wir einen Ort mit Polizeirevier. Leider ist das brasilianische Portugisisch nur in der Schrift halbwegs dem Spanischen ähnlich, man versteht aber kein Wort(wir jedenfalls nicht), es klingt eher wie eine Mischung aus Mongloisch und Chinesisch. Wir sind auch nirgendwo mit Spanisch oder gar Englisch weitergekommen. Zum Glück haben sich auch unsere pantomimischen und lautmalerischen Fähigkeiten während der Reise stark verbessert und so erfuhren wir schließlich, dass man nach Santo Angelo fahren muss, um dort von der Policia Federal einen Stempel zu bekommen. Zwei Stunden entfernt und nicht wirklich auf unserer Route….Aber was soll´s…

Als weiteres Problem stellte sich heraus, dass wir mit keiner unserer Kreditkarten Geld abheben konnten, warum auch immer…Steffen lief durch die halbe Stadt und probierte alle möglichen Geldautomaten mit allen möglichen Karten aus.Die Stimmung der Reisegruppe sank….illegal, ohne Geld und ohne ein Wort zu verstehen…nicht gerade ideal.

Wir fuhren trotzdem weiter nach Santo Angelo und bekamen nach einigem Hin und Her tatsächlich immerhin unseren Migracionsstempel in den Pass. Einen Zoll schien es nirgendwo dort zu geben, wir hatten den Polizisten allerdings auch so verstanden, dass das an der Ausreisezollstation reichen würde, sicher waren wir aber nicht.

Wir fuhren erstmal weiter, insgesamt müssen wir ja in Brasilien ca. 1000 km bis Uruguay fahren. Es blieb weiter tropisch, inzwischen gab es aber auch viel Landwirtschaft. Fast zwei Stunden fuhren wir ausschließlich an Matefeldern vorbei.

Leider wurde es schon um 19.00 Uhr dunkel und angesichts des Straßenzustandes und der Warnungen in Brasilien nicht im Dunkeln unterwegs zu sein, steuerten wir die nächste Stadt an. Der Weg zum Campingplatz wurde allerdings am Ende so unwegsam und gruselig, dass wir kehrt machten.

Zum Glück gelang es uns ganz kurzfristig ein Airbnb zu buchen, das sich auch als sehr nett herausstellte. Chingi konnte dort sogar auf einem abgeschlossenen Parkplatz stehen. Der Besitzer Henrique empfahl uns dann noch ein Restaurant seines Freundes und wir hatten ein äußerst leckeres Abendessen, das wir zum Glück mit Karte bezahlen konnten.

Chingi verlässt Argentinien

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