7.3.23: Weiter durch Brasilien

Morgens machten uns Henrique und seine Frau ein Frühstück und wollten hinterher noch mit uns fotografiert werden. In diese Stadt scheint sich normalerweise wohl kein Europäer zu verirren. Auch Chingi wurde von allen Seiten fotografiert. Im Frühstücksraum lernten wir dann noch Fernando kennen, ein brasilianischer Anwalt, der Englisch sprach und deutsche Vorfahren hat, in dieser Ecke Brasiliens keine Seltenheit. Er tauschte uns etwas Geld in Realos, damit wir wenigstens die Mautstationen bezahlen können und gab uns seinen Kontakt, damit er uns als Dolmetscher helfen könnte, falls wir irgendwo Schwierigkeiten bekommen sollten. Das war schon mal sehr beruhigend und irgendwie argentinisch. Wir hoffen, dass er uns demnächst auf seiner geplanten Europareise in Potsdam besucht.

Weiter ging die Fahrt durch hügeliges grünes Land, zunächst bis an die Küste nach Rio Grande. Da Rio Grande auf der Karte so interessant auf einer Landzunge mitten im Meer liegt und Fernando es uns auch noch empfohlen hatte, beschlossen wir einen Abstecher in die Stadt zu machen.Die Stadt war allerdings recht häßlich, zugemüllt und drum herum nur Industrie. Zudem hatten auch noch alle Restaurants und Imbisse über Mittag zu und wir hatten inzwischen ziemlich Hunger.

Letztlich fanden wir einen Imbiss in einem Supermarkt und bestellten Hamburger mit Pommes (was anderes gibt es hier eigentlich auch nicht…). Nachdem wir fast eine Stunde gewartet hatten (wir waren die einzigen Kunden), brachte Steffen den mit seinem Übersetzer gelernten Satz: „Können wir irgendetwas tun um das Essen zu beschleunigen? Vielleicht Kartoffeln ernten oder die Kuh schlachten?“ an, das hob immerhin allseits kurz die Stimmung und 10 Minuten später gab es dann doch das Essen.

Danach fuhren wir auf einer Landzunge zwischen dem Meer und einer riesigen Lagune, letztlich mit 250 km laut Fernando der längste durchgehende Strand Brasiliens (von dem man aber die meiste Zeit nichts sah). Aber in den am Wegesrand liegenden Lagunen gab es unglaublich viele Vögel und Wasserschweine, auf die wir schon so lange gewartet hatten.

Gerade als es dämmerig wurde erreichten wir die Grenze nach Uruguay in der Stadt Chui (Brasilien) oder Chuy (Uruguay). Zum Glück war es total leer. Zuerst waren die Beamten etwas ungehalten, dass wir kein Zollpapier für Chingi hatten, winkten uns dann aber letztlich ohne Kontrolle durch. Auch die Einreise nach Uruguay verlief erstaunlich umkompliziert und ohne Kontrolle.

Obwohl unser eigentliches Ziel nur noch 30 Minuten entfernt war, beschlossen wir nicht im Dunkeln weiter zu fahren, sondern lieber in Chuy zu übernachten.

Der erste Campingplatz direkt am Meer hatte leider schon geschlossen, wir fanden dann aber noch einen anderen im Ort.

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