Reina ließ es sich nicht nehmen uns morgens noch ein salvadorianisches Frühstück zu bereiten: Omelett gefüllt mit Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Schinken und Käse, dazu schwarzes Bohnenmus und Brot, sehr lecker.
Nach einem herzlichen Abschied fuhren wir los Richtung Mendoza. Allerdings fing es damit an, dass wir uns komplett verfahren haben und nicht das Ausgangstor gefunden haben. Das Grundstück liegt nämlich in einem riesigen, über mehrere Hügel bzw. eher Berge verstreuten und weitgehend eingezäunten Gebiet, mit unzähligen Wegen, die leider teilweise irgendwo im Nix, vor einem verschlossenen Ausfahrtstor oder bei irgendwelchen Häusern enden. Fast eine Stunde sind wir zunehmend verzweifelt im Internet-Loch von Sackgasse zu Sackgasse – teilweise über recht abenteuerliche Holzbrücken und zurück gefahren, bis irgendwann zufällig doch noch ein – offenes – Ausgangstor kam. Wäre sonst auch ein peinliches Abenteuerende gewesen, verendet in der Gated Communitiy)
Nun mussten wir an Santiago vorbei und erstmals die „richtigen“ Anden überqueren, und zwar über den Pass Libertador San Martin, der 3300 m hoch ist. Die Fahrt war landschaftlich wirklich spektakulär. Auch konnte man den höchsten Berg Amerikas, den Aconcagua (6962 m), auf der Fahrt bewundern. Allerdings keuchte unser armer Chingi zum Teil im ersten Gang die Serpentinen hoch. Oben auf dem Pass war die Grenze, zudem noch ein großes „Christo-Redentor“-Denkmal auf ca 3800 m, das an die friedliche Vermeidung eines Grenzkonfliktes zwischen Chile und Argentinien erinnert (es wäre dort fast zu einem Krieg gekommen).
Da die Passstraße durchgehend asphaltiert und außerdem die beiden großen Städte Santiago und Mendoza miteinander verbindet, ist dieser Pass-Grenzübergang besonders frequentiert und deshalb gefürchtet. Warteschlangen, in denen man an der Grenze 8 Stunden und mehr steht, sind hier angeblich keine Seltenheit. Unsere strategische Überlegung am 1.1. zu früh fahren, wenn alle anderen hoffentlich noch im Bett liegen, ging auf und nach „schon“ zwei Stunden hatten wir tatsächlich alle Grenzangelegenheiten erledigt.
Im Anschluss besuchten wir nach einem kurzen Imbiss die Puente del Inca. Dies ist eine natürliche Brücke, die durch Erosion gebildet wurde und 47m hoch und 28m breit den Rio Mendoza und eine stark schwefelhaltige heiße Quelle überspannt. Dann gab es – durch die Schwefelquelle verfärbte – Felsen zu bewundern, zudem eine – nach einem Erdbeben 1965 geschlossene – Hotelruine.
Dann begann die ebenfalls wunderschöne Abfahrt vom Pass ins argentinische Tal nach Mendoza. Als wir dort abends ankamen sind wir zum ersten Mal nicht auf einen Campingplatz gekommen, weil dieser voll war. Bis jetzt waren wir häufig die Einzigen auf den Campingplätzen. Auch der nächste Platz war -eigentlich – voll, der nette Platzwart fand dann aber doch noch eine Ecke für uns. Der richtige Ferienbeginn in Argentinien macht sich offenbar bemerkbar.






















