10.10.2026 Von Nasca nach Camara

Die nächste Station ist Arequipa. Da die Fahrt bis dahin aber sehr lang ist (10 Stunden), wollen wir heute nur bis zur Zwischenübernachtung in Camana fahren.

Nach einem sehr herzlichen Abschied von Rosa machten wir uns auf den Weg, immer die Panamericana entlang. Wir wunderten uns, warum man für die 380km über 7 Stunden brauchen sollte, aber bald wurde uns klar warum. Zum einen war die Straße teilweise so schlecht, dass man nur sehr langsam fahren konnte, um nicht in wirklich sehr tiefe große Schlaglöcher zu fahren. Außerdem war die Straße teilweise vom Sand ziemlich zugeweht. 

Des Weiteren ging die Straße, welche grundsätzlich die ganze Zeit durch die Wüste am Pazifik entlang führt, bei der Umfahrung von in den Pazifik mündenden Flußtälern mehrerer hundert Meter in Haarnadelkurven in die Berge hoch und wieder runter. Besonders bergauf hatte man immer eine lange Lastwagenschlange vor sich, die andere Autos zum Teil halsbrecherisch überholten. 

Zwischendurch trauten wir unseren Augen kaum, weil die karge Wüstenlandschaft plötzlich total grün war und mit tausenden von lila Blumen überzogen war. Es sah auf einmal aus wie in Irland! Wie wir inzwischen wissen, hatten wir das große Glück, ein seltenes Phänomen zu sehen.

Exkurs: Phänomen Blühende Wüste Normalerweise ist das Meerwasser vor Peru durch den Humboldtstrom sehr kalt. Bei El Nino schwächen sich jedoch die Winde ab und das Wasser wird wärmer. Dadurch entstehen Regenwolken, da das warme Wasser viel eher verdunstet als kaltes Wasser. Es steigen riesige Mengen Wasserdampf auf und es bilden sich dicke Regenwolken. Normalerweise bekommt die Küstenwüste nur ein paar Tropfen Feuchtigkeit aus dem Nebel ab und es regnet gar nicht. Durch El Niño kommt es in der sonst extrem trockenen Region zu echten, zwar trotzdem noch sehr seltenen aber teils kräftigen Regenfällen. Die Wüste explodiert dann förmlich vor Leben. Die Millionen im Boden versteckten Samen, die dort jahrelang trocken überdauert haben, bekommen plötzlich Wasser. Sie wachen gleichzeitig auf, keimen rasant und verwandeln die trockenen Hügel und Täler zwischen Nasca und Camaná in spektakuläre, saftig grüne Wiesen. Nach kurzer Zeit verblühen/vertrocknen die Pflanzen dann wieder. Sie werfen ihre Samen ab, die dann wieder jahrelang im staubtrockenen Boden überdauern, bis es wieder einmal zu Regen kommt.

Mittags hielten wir in einem Dorf und aßen dort bei einer netten Frau selbstgemachte Empanadas und Kuchen. Auf der Weiterfahrt konnten wir an einer Stelle eine Delfinschule beobachten, die ganz nah an der Küste entlang schwamm.

Leider schafften wir es nicht, wie geplant im Hellen in Camana anzukommen, sondern mussten die letzte Stunde doch sehr anstrengend im Dunkeln fahren. Unser Hotel in Camana ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber eine Nacht werden wir schon schaffen. Wir gingen noch zum Abendessen durch die belebte Stadt und fielen dann müde ins Bett.

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