Morgens gab es zum Auftakt ein kleines Schockerlebnis. Gerade als wir den Frühstücksraum verlassen wollten, gab es ein kurzes Erdbeben. Es grollte und der Boden schwankte. Unsere Vermieterin sagte, wir sollten dableiben und begann zu beten. Nach ein paar Sekunden war es aber zum Glück wieder vorbei… Dies erklärt auch, warum es im Hotel extra ausgewiesene Stellen gibt, an die man sich bei Erdbeben begeben soll.
Wir haben heute nach 10 Tagen die Wüste verlassen und uns auf den Weg in unsere erste Station in den Anden, nach Arequipa, aufgemacht. Dies liegt zum Glück erstmal nur auf 2300m, so dass wir uns langsam hocharbeiten können.
Exkurs Peru – Landschaften und Bevölkerung – Peru ist dreieinhalb mal so groß wie Deutschland.Es teilt sich geografisch in drei grundverschiedene Hauptlandschaftszonen auf, die das Land von Westen nach Osten prägen. Den kleinsten Anteil der Landesfläche macht mit etwa 12 % die Küste entlang des Pazifischen Ozeans aus, ein schmaler, extrem trockener Küstenwüstenstreifen der 2300 km lang und 30-150 km breit ist. Er ist von zahlreichen Flussoasen durchzogen. Hier leben 58% aller Peruaner, vor allem in der Hauptstadt Lima (10 Millionen).Daran schließt sich im Zentrum des Landes die Sierra (Anden und Hochland) an, die rund 28 % der Staatsfläche einnimmt. Diese gewaltige Hochgebirgsregion zieht sich von Norden nach Süden durch das Land, ist geprägt von tiefen Tälern, riesigen Hochebenen wie dem Altiplano, dem Titicacasee sowie schneebedeckten Gipfeln der Kordilleren, die im Nevado Huascarán eine Höhe von bis zu 6.768 Metern erreichen. Hier leben 28% der Peruander. Diese Bergregion ist die historische Heimat der Inka und das Hauptsiedlungsgebiet der indigenen Völker. Den mit Abstand größten Naturraum bildet jedoch der Regenwald im Osten, die beinahe 60 % der gesamten Landesfläche ausmacht. Dieses riesige, tropisch-feuchte Tiefland des Amazonasbeckens ist von dichtem Dschungel sowie Wolkenwäldern bedeckt, extrem artenreich und primär über die zahlreichen Flusssysteme erschlossen. Mit einem Bevölkerungsanteil von nur rund 14 Prozent ist es jedoch extrem dünn besiedelt. Die Menschen leben dort entweder in weit verstreuten indigenen Gemeinschaften an den Flussläufen oder in wenigen isolierten urbanen Zentren wie Iquitos.
In Peru leben aktuell rund 35 Millionen Menschen. Die peruanische Gesellschaft ist stark multiethnisch geprägt. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden mit einem Anteil von etwa 60 bis 62 Prozent die Mestizen, also Menschen mit gemischter indigener und europäischer Abstammung. Einen weltweit bedeutenden Anteil macht die indigene Bevölkerung aus, die rund 20 bis 26 Prozent der Gesamteinwohner stellt. Unter ihnen bilden die Quechua im Andenhochland die weitaus größte Gruppe, gefolgt von den im Süden ansässigen Aymara sowie über 50 kleineren ethnischen Gemeinschaften im Amazonasgebiet. Die weiße Bevölkerung, meist Nachfahren spanischer Kolonisatoren oder anderer europäischer Einwanderer, macht etwa 6 bis 9 Prozent aus. Ergänzt wird dieses Bild durch afroperuanische Minderheiten mit rund 3,5 bis 6 Prozent sowie kleinere asiatische Gemeinschaften chinesischer und japanischer Herkunft, die jeweils unter einem Prozent liegen.
Im Bereich der Religion dominiert historisch und kulturell das Christentum. Ungefähr 60 bis 76 Prozent der Peruaner bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Vor allem im Hochland ist dieser Katholizismus dadurch geprägt, dass die christlichen Dogmen mit traditionellen indigenen Riten und der Verehrung von Naturelementen wie der Erdmutter Pachamama verschmelzen. Das Judentum, der Islam oder der Buddhismus machen zusammen weniger als ein Prozent aus.
Die knapp vierstündige Fahrt verlief immer bergauf und zwischendurch auf einem Hochplateau durch die Wüste, die besonders zu Anfang wieder blühte.
Inzwischen haben wir uns ein bisschen an die Kamikaze-Überholmanöver vor allem der LKWs und Busse gewöhnt, aber das Fahren ist schon recht anstrengend.
Arequipa hat ca. eine Millionen Einwohner und wird von drei Vulkanen umrahmt, die um die 6000m hoch sind, sehr eindrucksvoll! Sie wird auch „Ciudad Blanca“ genannt, da sie aus hellem Vukangestein gebaut ist. Arequipa wurde 1540 von den Spaniern gegründet und hat deshalb sehr viele Kolonialbauten. Sie gilt als die schönste Stadt Perus.
Angekommen in Arequipa wurden wir von unseren Gastgeberinnen und Mitbewohnerinnen Cesi und Sasha sowie den beiden Hunden Oli und Milo begrüßt. Das Haus in der Innenstadt ist ein 400 Jahre alter Kolonialbau, den Sasha (sie ist Architektin) renoviert und wunderschön ausgebaut hat. Wir haben ein großes eigenes Zimmer mit Bad. Küche, Patio, Wohnzimmer und Terrasse teilen wir uns.
Sasha hat uns noch geholfen, einen Parkplatz für unser Auto zu finden und dann sind wir erstmal losgezogen. Die Stadt ist wirklich sehr schön, vor allem im Vergleich zu den sonstigen südamerikanischen Städten. Wir sind in ein schönes Cafe gegangen und Steffen hat sich sogar sein erstes Eis hier getraut, er ist einfach zu sehr auf Entzug! Wir haben es langsam angehen lassen, der Höhenunterschied macht sich doch bemerkbar. Beim Geldabheben hat der Geldautomat Annes Kreditkarte einfach geschluckt, leider war es Sonntag…
Abends waren wir noch einkaufen und haben dann in unserer schönen Küche gekocht.













