1.2.23: Grenzerfahrungen an der Grenze

Nach einem entspannten Frühstück auf unserem bolivianischen Lieblingscampingplatz haben wir zusammengepackt und sind über die Passstraße wohlgemut losgefahren. Es waren ja nur 30 km bis zur Grenze und wir hatten dann vor, weiter in einen kleineren Regenwald in Argentiniern zu fahren, es war ja erst 12.00 Uhr. Da hatten wir die Rechnung allerdings ohne die Grenze gemacht…

Erst lief alles ganz gut. Wir mussten auf einen Parkplatz fahren, von dort zur Grenze laufen und wenn wir alle Stempel beisammen hätten, dürften wir wiederkommen. (Man bekommt an der Grenze immer eine Art Laufzettel, den man mit Stempeln abarbeiten muss, ein bisschen so wie in der Schule, wenn man seinen Wochenplan erledigt:)).

Also mit viel Anstehen in der glühenden Sonne auf 3700 m alles erledigt: Migracion Bolivien, Zoll Bolivien, Migracion Argentinien, Zoll Argentinien in nur gut zwei Stunden. Super, zurück zum Parkplatz. Die Parkwächterin guckte sich alles an und sagte dann, dass uns auf dem Zettel vom Zoll Bolivien ein Stempel fehlen würde, so ginge das nicht. Also zurück, wieder zum Zoll, Anstehen, nach vielem Hin und Her Stempel bekommen, zurück zum Parkplatz. Diesmal wurde es akzeptiert und wir erhielten einen Zettel mit der Nummer 47. Steffen war inzwischen schon zur Grenze gefahren, um sich dort schon mal in die Schlange einzureihen, vorher hatten wir uns ein bisschen mit der Parkwächterin angeschrieen, die uns hindern wollte den Parkplatz zu verlassen. Wir waren aber einfach zu angenervt inzwischen. In der Schlange wurden wir allerdings wieder zum Parkplatz zurückgeschickt, mir der Drohung, unserem Auto Krampen anzulegen, wenn wir dort stehenbleiben würden. Jetzt wäre erst die Nummer 30 dran. Wir müssten auf dem Parkplatz warten, bis wir aufgerufen würden.

Also reumütig zurück zum schattenlosen Parkplatz. Inzwischen waren wir auch ganz schön hungrig, aber weg konnten wir auch nicht, da man nicht wusste, wie es weitergeht. Außerdem hatten wir unsere letzten Bolivianos schon verbraucht. Also ergaben wir uns in unser Schicksal. Nach weiteren zwei Stunden war es endlich soweit und wir durften den Parkplatz verlassen und uns in die Grenzschlange stellen, die sich zentimeterweise vorwärts bewegte. Nach einer weiteren Stunde kamen wir tatsächlich an die Reihe. Beim Auto vor uns konnten wir beobachten, wie diese ihr gesamtes Gepäck komplett ausladen und in eine Halle zum Durchleuchten tragen mussten, anschließend wurde das Auto mit Taschenlampen von unten, im Motor und überall durchsucht. Wir machten uns auf das Schlimmste gefasst, auch wenn wir nicht wussten, wie wir es schaffen sollten in unserem geschwächten Zustand alle unsere Sachen in die Halle zu tragen.

Aber wir hatten Glück. Zum einen hatte Steffen hinten im Auto eine Zöllner-Abschreckleine gespannt. Wenn man hinten aufmacht, kommt einem als erstes eine Wäscheleine mit alter Wäsche entgegen, damit haben wir schon gute Erfahrungen gemacht, viele haben keine Lust, dort weiter zu wühlen.. Als nächstes sah die Zollfrau unsere Flasche Fernet Branca. Super, das wäre auch ihr Lieblingsgetränk. Daraufhin fing Steffen ein Gespräch darüber an, wie toll es wäre, dass Argentinien Weltmeister geworden wäre und dass wir alle Spiele gesehen, mit Fernet Branca und Bier gefeiert und mitgejubelt hätten. Bingo: wir wurden ohne weitere Kontrollen durchgewunken! Manchmal witzig, wie die Sachen verlaufen… vor allem, wenn man gesehen hat, wie sie das Auto vor uns zerlegt haben. Trotzdem ist unser „Bedarf“ an Grenzen jetzt wirklich erstmal gedeckt…

Inzwischen war es 20.00 Uhr und es wurde dunkel. Der nächste Campingplatz war noch zwei Stunden entfernt. Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns in der Grenzstadt La Quiaca ein Hostal zu suchen. Wir gingen noch etwas essen, da wir seit dem Frühstück nichts bekommen hatten und fielen dann erschöpft ins Bett.

Ein Kommentar

  1. Dagegen ist sogar das Potsdamer Amt freundlich, zuvorkommend, auf Zack und äußerst handzahm 😂
    So ein Blick über den Tellerrand ist doch immer wieder mal gut!

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