30.10.2026 Urubamba, Salzminen von Maras und Landwirtschaftliches „Labor“ Moray

Heute war endlich wieder richtig gutes Wetter und Steffen auch schon fast wieder fit.

Wir fuhren zunächst in die Stadt Urubamba, wo wir in ein sehr nettes Cafe einkehrten (mit einem netten, aus Uruguay stammendenden Inhaber, der ganz begeistert war, dass wir – beim letzten Mal – in seiner Heimatstadt Colonia de Sacramento waren und der uns gleich seine Cafe-eigene Kaffeeemischung gemahlen und mitgegeben hat), um Kaffee und Sandwiches zu essen und das Internet zu nutzen.

Danach ging es die Berge hoch zu den Salzminen von Maras.

Exkurs: Die Salzminen von Maras: Die Salzminen von Maras bestehen aus über 3.000 terrassenförmig angelegten, kleinteiligen Salzbecken, die sich an den Hängen des Qaqawiñay-Berges auf einer Höhe von rund 3.200 Metern erstrecken. Das System zur Salzgewinnung ist sehr alt. Es wurde bereits in der Prä-Inka-Zeit von der Chanapata-Kultur angelegt, von den Inkas erweitert und wird bis heute von den lokalen Familien nach denselben traditionellen Methoden bewirtschaftet und genossenschaftlich verwaltet. Dabei werden die einzelnen Parzellen seit Jahrhunderten in den Familien weitervererbt. Die Salzgewinnung basiert auf einer natürlichen Thermalquelle. Diese bringt ein extrem salzhaltiges, warmes Wasser aus dem Berginneren hervor, das über ein ausgeklügeltes System von winzigen Kanälen auf die Becken verteilt wird. Die einzelnen Becken haben meist  nur eine Tiefe von knapp 30 Zentimetern. Ist ein Becken mit dem Salzwasser gefüllt, wird der Zufluss blockiert. Durch die starke Sonneneinstrahlung und die trockene Andenluft verdunsten das Wasser. Zurück bleibt eine dicke Schicht aus reinem Salz, das von den Einheimischen in Handarbeit von den Wänden und Böden geschabt, in verschiedene Qualitätsstufen sortiert und abtransportiert wird. Das hier gewonnene, leicht rosa schimmernde Andensalz (Sal Rosada) ist weltweit als Gourmet-Gewürz geschätzt und reich an Mineralien.

Die Anlage war sehr faszinierend und auch landschaftlich sehr schön am Berghang gelegen. Sie ist schon von ferne sichtbar und je näher man kommt, desto mehr variieren die Farben. 

Weiter ging die Fahrt zum landwirtschaftlichen „Labor“ der Inkas in Moray. Die Fahrt führt über das Hochplateau an Feldern und Lamas vorbei, im Hintergrund die schneebedeckten Berge.

Exkurs: Landwirtschaftliches Labor Moray Moray diente als landwirtschaftliche Versuchsanstalt der Inkas. Der Komplex liegt auf rund 3.500 Metern Höhe. Das auffälligste Merkmal der Anlage sind die riesigen, konzentrischen kreisförmigen Terrassenanlagen, die wie gigantische Amphitheater in natürliche Senken eingebettet sind. Die tiefste Terrasse weist eine Tiefe von bis zu 150m auf und ist im unteren Bereich mit 28 Terrassenstufen ausgebaut. Durch die trichterförmige Bauweise und die geschützte Lage entstehen extreme Temperaturunterschiede von bis zu 5 °C bis 15 °C zwischen den oberen und den tiefsten Ebenen, die Anlage simuliert daher bis zu 20 verschiedene Mikroklimata auf engstem Raum.Hier wurden Nutzpflanzen aus verschiedenen Höhenlagen des Inka-Reiches – darunter hunderte Sorten von Kartoffeln, Mais, Quinoa sowie Coca – systematisch angebaut, akklimatisiert und für den Anbau in anderen Regionen optimiert. Die Wasserversorgung erfolgte über ein von natürlichen Bergquellen gespeistes Kanalsystem.

Nach einem Einkauf – zurück in Urubamba – fuhren wir zurück. Am Abend kochten wir und packten. 

Morgen wollen wir ganz früh los, da jetzt die herausfordernde Fahrt zurück an die Küste und nach Lima ansteht.

Wir haben in den letzten 30 Tagen ca. 2300 km Fahrstrecke zurückgelegt, und es stellt sich schon die ganze Zeit die Frage, wie wir zurückkommen. Die fahrtechnisch einfachste Strecke wäre – ohne Abstecher wie den Titicacasee – so zurückzufahren, wie wir gekommen sind. 

Da wir aber möglichst wenig Strecken doppelt fahren wollen und seit der letzten Südamerikareise Fans der Anden sind, wollen wir gern – was allerdings abseits aller touristische Pfade wäre – über die zentralen Anden zurück. Die Frage war von Anfang an, ob das klappt und ob wir uns das trauen (Straßen- und Wetterverhältnisse, Abgeschiedenheit, die französische und amerikanische Botschaft raten u.a. von der Strecke ab, weil dort noch letzte Reste des sog. „Leuchtenden Pfades“ vorhanden sein sollen (die Älteren erinnern sich vielleicht noch an diese maoistische Guerilla und den Bürgerkrieg in den 80er und 90er Jahren)).

Wir hatten von Anfang an geplant, uns vor Ort zu erkundigen und erst dann zu entscheiden, ob wir es versuchen wollen, und zwischenzeitlich haben wir uns dazu entschlossen. Zuletzt hat uns auch Dusan zugeraten, er sei die Strecke vor 3 Jahren bis Lima gefahren, hauptsächlich sollten wir in den engen Kurven auf die LKW aufpassen. Auf dem Weg gibt es auch zwei größere Städte, wo wir gut übernachten können (Andahuaylas und Ayacucho). Da die Strecke auch etwas kürzer ist, können wir die letzten beiden Nächte (vor Abgabe des Autos) nochmal in Paracas (bei den Pelikanen!) übernachten und haben auch gleichzeitig noch einen Zeit-Notfallpuffer.

Wir haben heute in Maras noch ein anderes deutsches Paar getroffen, das auch per Auto selbst unterwegs ist und die auch zurück zur Küste müssen. Das sind die Ersten, die wir getroffen haben, ansonsten sind quasi keine Touristen mit dem Mietwagen unterwegs, sondern mit Flugzeug, Bussen, Taxis und Touranbieter. Auch Wohnmobile einschließlich der „fahrenden Ritterburgen“ sieht man hier jenseits der Panamericana – anders als beim letzten Mal – gar nicht. Alle sind immer erstaunt, dass wir uns das trauen, aber wir finden es aber gar nicht so schwierig. Zwar hält sich keiner an irgendwelche Verkehrsregeln, aber der Fahrstil ist trotzdem nicht aggressiv. Man muss halt nur auf die Schlaglöcher, Schwellen und Tiere achten, und immer damit rechnen, dass von irgendwoher irgendwie einer an einem vorbeizieht…. 

Wir haben mit ihnen abgemacht – sie wollen eigentlich den gleichen Weg zurück wie sie und wir gekommen sind – dass wir per WhatsApp berichten, wie die Strecke ist, dann kommen sie ggfs. hinterher.

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