24.10.2026 Cusco wird weiter erkundet

Nach dem Frühstück auf unserer schönen Terrasse machten wir uns wieder auf. Als erstes besuchten wir die Kirche San Christobal, die uns gegenüber auf einem schönen Aussichtspunkt liegt. Da hatten wir nochmal eine andere Perspektive auf Cusco. Anschließend waren wir im historischem Museum. Danach war es Zeit für eine Stärkung in einem Cafe. Hinterher gingen wir über den großen Markt San Pedro zu der Hauptattraktion in Cusco, Qorikancha, dem früheren Sonnentrempel. 

Auf dem Weg kamen wir an einem großen Umzug vorbei. Auch hier macht sich die Verschmelzung der Kulturen bemerkbar. Offensichtlich ein christlicher Umzug, mit Jesus am Kreuz (der hier bemerkenswert oft eine schwarze Farbe hat), aber dann wilde Tänze von Menschen mit verschiedenen Masken. Das ganze begleitet von ziemlich lauter Blasmusik, teilweise mit ganz bekannten Italo-Western-Melodien, echt witzig. 

Überhaupt ist hier dauerhaft irgendein Umzug oder eine Fiesta. Bis zu unserem Berg hinauf hört man durchgängig Musik und – schon ab morgens, wenn´s dumm läuft ab 6.00 – Feuerwerk. Nach jedem Knall bellen dann erstmal gefühlt 100 Hunde, ein Höllenspektakel.

Exkurs: Qorikancha Das Qorikancha, dessen Name sich aus den Quechua-Wörtern für „Goldener Hof“ ableitet, war das religiöse und spirituelle Zentrum des gesamten Inka-Reiches. Als wichtigster Tempel der Inka-Hauptstadt Cusco war das Heiligtum in erster Linie dem Sonnengott Inti gewidmet, beherbergte jedoch auch Kultstätten für andere wichtige Himmelskörper und Naturphänomene wie den Mond, die Sterne, den Regenbogen und den Donner. Zur Blütezeit des Reiches war die Anlage von unvorstellbarer Pracht und Reichtum geprägt: Die massiven Steinwände waren im Inneren mit schweren Platten aus purem Gold verkleidet, und im zentralen Innenhof befand sich ein Garten mit detailgetreuen, lebensgroßen Skulpturen von Lamas, Maispflanzen und rituellen Figuren aus Gold. Diese unermesslichen Schätze wurden während der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert geraubt.  Architektonisch repräsentiert Qorikancha den absoluten Höhepunkt der Inka-Steinmetzkunst, da die verwendeten Basalt- und Andesitblöcke mit einer derart extremen Präzision geschliffen und fugenlos aneinandergefügt wurden, dass selbst eine Messerklinge nicht dazwischen passt. Diese hochentwickelte, leicht nach innen geneigte Bauweise verlieh den Mauern eine außergewöhnliche seismische Stabilität. Als die spanischen Konquistadoren das spirituelle Zentrum besetzten, rissen sie die oberen Strukturen ab und errichteten auf den unzerstörbaren Fundamenten des Sonnentempels das katholische Convento de Santo Domingo. Diese historische Schichtung führte zu einer weltweit einzigartigen architektonischen Symbiose: Während verheerende Erdbeben in den Jahren 1650 und 1950 die kolonialen Barockbauten der Spanier weitgehend zerstörten, überstanden die darunter liegenden, meisterhaften Inka-Mauern die Erschütterungen völlig unbeschadet und tragen bis heute das Klostergelände.


Qorikancha ist wirklich sehr beeindruckend. Überall in Cusco sieht man ja diese Verschmelzung von Inka- und Kolonialarchitektur, aber nirgendwo so eindrucksvoll wie dort. Als wir zum Schluss in der großen Kirche des Klosters waren, fing dort eine Hochzeit an, deren Anfang wir noch miterlebten, da wir gar nicht so schnell die Kirche verlassen konnten und der Eingang von dem Hochzeitsgeschehen blockiert war. Witzigerweise wurde auch der Hochzeitsmarsch gespielt, das hätten wir in Peru jetzt nicht erwartet.

Wir schlenderten dann noch durch unser schönes Viertel San Blas. In einem Cafe in unserer Straße hat Steffen dann noch einen Aeropress-Travel-Kaffeebereiter entdeckt. In den Unterkünften gibt es meistens keine Möglichkeit, vernünftig Kaffee zu kochen. Der nette Besitzer hat ihm eine Stunde lang das Gerät erklärt und damit ein Probetrinken gemacht. Sehr nett und lustig. 

Den letzten Abend in Cusco verbrachten wir auf unserer schönen Terrasse bei lecker gekochtem Abendessen. 

Wahrscheinlich weil Wochenende ist, hat die Fiestatätigkeit nochmal deutlich zugenommen. Von 21.00 bis 23.00 Uhr gab es ein grandioses Feuerwerk, das wir vom Bett aus sehen konnten. Das längste Feuerwerk unseres Lebens und das in Poolposition, da hat sich der Feuerwerksfan Anne sehr gefreut.

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