21.10.2026 Unser erster Tag in Cusco

Beim Aufwachen sahen wir erst so richtig, wie unglaublich toll unsere Lage ist, ganz Cusco liegt uns zu Füßen und eine Wand ist eine Fensterfront, so dass man vom Bett aus das Panorama blickt. 

Wir ließen es nach gestern erstmal langsam angehen. Kurz kam die Idee auf, die Wohnung die nächsten vier Tage einfach nicht zu verlassen (die 227 Stufen!!) und die Sehenswürdigkeiten nur durchs Teleobjektiv zu betrachten. Dann fing es auch noch an zu regnen. Das erste Mal in diesem Jahr nach der Regenzeit, wie uns Carlos erzählte und das erste Mal auf unserer Reise. Ein willkommener Anlass, sich nochmal auf der Terrasse mit einem Buch einzukuscheln. 

Um 15.00 Uhr bekamen wir dann aber doch Hunger und gingen in die Stadt. Zuerst waren wir essen, danach sind wir durch die Gassen geschlendert und haben die vielen kolonialen Bauten bewundert, die sehr häufig auf den Inka-Fundamenten errichtet wurden.

Anschließend haben wir die riesige Kathedrale besichtigt, die eigentlich aus drei Kirchen besteht und in 100jähriger Bauzeit (1560-1654) auf den Ruinen des alten Inkapalastes gebaut wurde. Für den Bau wurden außerdem die Steine der nahegelegnen Inka-Festung Sacsayhuaman verwendet. Da das Gold der Inkas von den Spaniern ja komplett eingeschmolzen worden war, war dem Prunk in der Kathedrale auch keine Grenze gesetzt.. 

Besonders spannend sind die vielen Bilder in der Kathedrale der sogenannten Cusco-Schule.

Exkurs: Cusco- Schule Als die spanischen Eroberer vor ca 500 Jahren nach Peru kamen, brachten sie ihren christlichen Glauben und europäische Kunstideen mit. Für die vielen neuen Kirchen und Paläste brauchten sie entsprechende Bilder, die auf dem – alten – Markt nicht zu bekommen waren. So bildeten sie einheimische Künstler aus und gaben ihnen den Auftrag, Bilder mit christlichen Motiven zu malen. Diese hielten sich an die Vorgaben, schmuggelten aber gleichzeitig heimlich die Traditionen und die Natur ihrer Heimat in die Gemälde hinein. So malten sie das Kleid der Jungfrau Maria oft in der Form eines riesigen Dreiecks, damit es genau wie ein heiliger Berg aussah, den die Inka als „Mutter Erde“ verehrten. Die Kirche akzeptierte dies, weil die Einheimischen so den neuen Glauben besser annahmen. Auf einem berühmten Bild vom letzten Abendmahl platzierten sie statt normalem Brot ein gebratenes Meerschweinchen auf dem Teller, da dies in den Anden bis heute ein festliches Essen für besondere Gäste ist und gaben Judas die Gesichtszüge von Pizarro (der spanische Konquistador, der das Reich der Inka zerstörte und der spanischen Krone unterwarf). Außerdem verkleideten sie die Engel in der prunkvollen Kleidung spanischer Soldaten und gaben ihnen echte Gewehre in die Hand, damit sie wie mächtige Himmelswächter wirkten. Um die Bilder in den damals noch dunklen Kirchen wunderschön funkeln zu lassen, verzierten die Maler die Gewänder zusätzlich mit Mustern aus echtem, hauchdünnem Blattgold und schufen so einen einzigartigen, glitzernden Malstil.

Danach schlenderten wir weiter durch die Stadt und fanden sogar ein Geschäft, dass Textilien aus Vicunja-Wolle verkauft, früher war das nur dem Inka(könig) vorbehalten. Allerdings kostet jetzt auch ein kleiner Schal auch schlappe 1500,- €, im weitesten Sinne als weiter etwas für (Geld-) Könige…Aber wenigstens haben wir einmal Vicunjawolle angefasst.

Zum Schluss machten wir noch einen größeren Einkauf und fuhren mit dem Taxi zu unserer Unterkunft. Wie gesagt, weigerte sich der Taxifahrer zu Steffens Genugtuung, in die Straße einzufahren…

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